Seit dem 27. Februar bis 02. März findet in Barcelona der 17. Mobile World Congress statt. Seit Jahren nutzen die großen Mobiltelefonhersteller — Samsung, Nokia, Sony, LG und viele andere (ausgenommen Apple) ihre "Flagship"-Modelle für den nächsten Zyklus vor.

Nach zwei langen Jahren stellte auch BlackBerry Mobile nun am 25. Februar im Vorlauf des #MWC17 sein neuestes Modell vor — das BlackBerry KEYone.

Bild: Android Authority —  https://goo.gl/images/Bxm33g

Ich liebe neue Gadgets und werde das KEYone im April definitiv kaufen. Ich habe ich mich im letzten Jahr, nachdem Apple das iPhone 7/7Plus vorstellte und auf Grund von Gerüchten über das Mercury (wie das KEYone vor seinem Release mit Codenamen hieß), dazu entschieden das neue iPhone nicht zu kaufen. Das KEYone ist schlichtweg zu sexy!

Ich suchte mir alle verfügbaren Informationen zum neuen Blackberry zusammen und stieß bei meiner Recherche auf das letzte "Flagship"-Modell das BlackBerry 2014 auf den Markt brachte - den Blackberry Passport. Der Formfaktor überzeugte mich sofort, weil er so anders war. Quadratisch. Aus Stahl gefertig. Eine physische Tastatur unter dem Bildschirm die auch als TouchPad fungiert.

Gemacht für Power Pros die die Dinge erledigt bekommen wollen!

Bei eBay fand ich den Passport in schwarz, bestens gepflegt aus zweiter Hand,für etwas mehr als 200 Euro.

Schon eine Stunde nach Einrichtung des Gerätes mit den ersten Applikation aus der BlackBerry World, dem Amazon App Store und dem Google Play Store (Der Passport hat eine Android Runtime) und den ersten Notizen und Aufgaben in BlackBerry Remember und Evernote hatte ich das Gefühl, dass dieses Gerät, obschon es aus heutiger Sicht leicht als "alte" Hardware abgetan werden könnte, mein "Daily Productivity Driver" werden könnte.

Für Produktivität Nerds wie mich sind folgende Dinge extrem wichtig:

1. ALLE NACHRICHTEN UND BENACHRICHTIGUNGEN
AN EINEM ORT


Im BlackBerry Hub sehe ich alle Emails aller verbundenen Accounts (aktuell 6) Nachrichten aus Twitter, Facebook, Slack, Instagram, LinkedIn, SMS sowie App Benachrichtigungen und kann von diesem Ort auch direkt Antworten verfassen ohne in die jeweilige native App wechseln zu müssen. Auch kann ich gelesene Nachrichten direkt archivieren oder uninteressante löschen.

2. AUFRUFEN VON HÄUFIG GENUTZTEN APPLIKATIONEN MITTELS "QUICKDIAL"


Viele kennen sie noch von ihren alten Telefonen, die Kurzwahltasten. Das physische Keyboard des BlackBerry Passport erlaubt es jede Taste mit einer Aktion zu belegen. Ob man häufig gewählte Telefonnummern, oft genutzte Apps, Quick Notes, Quick Tasks oder das schnell umstellen des Benachrichtigungsprofils (Punkt 3) mal eben eine der Tasten kurz gedrückt halten und los gehts.

3. STÖRUNGSFREIES ARBEITEN MIT BENACHRICHTIGUNGSPROFILEN


Fast alle Smartphone Hersteller haben sie abgeschafft. Anruf bzw. Benachrichtigungsprofile. Durch die Bank wird dir jeder Produktivitätsexperte mit dem du sprichst sagen, dass Benachrichtigungen, visueller, haptischer oder auditiver Natur, echte Produktivitätskiller sind. - (Vielleicht haben diese Personen bei der Entwicklung moderner Smartphones ihre Finger im Spiel gehabt) — Leider ist das "Produktivitätskiller" Argument aber nur die halbe Wahrheit.

Es gibt immer eine Instanz oder einen Kontakt in deinem Telefon, die wertvollen Input zu deiner aktuellen Tätigkeit liefern kann oder soll. Am iPhone kannst du den Stummschalter betätigen und wirst dann nur durch den Vibrationsalarm oder on-screen notifications gestört. Du kannst das Mond Icon drücken und erhältst nur Anrufe von deinen Favoriten und Benachrichtigungen von Apps die du dafür zugelessen hast Oder du schaltest den Flugmodus ein und erhältst keine Benachrichtigungen.

Natürlich möchtest du im Meeting nicht durch Anrufe gestört werden brauchst aber einen visuellen Trigger wenn eine zuträgliche Email eingeht. Wenn du im Blackberry ein Meeting in den Kalender einträgst, schaltet sich das Gerät zu Beginn des Termins automatisch in den Meetingmodus und ist dann stumm ohne Vibration, ohne Aufleuchten des Bildschirms und gibt Informationen zu eingehenden Nachrichten nur in einer der sieben Benachrichtigungs-LED Farben aus.

Es lassen sich beliebig viele Profile erstellen. So erhalte ich in Meetings und bei der Arbeit nur Emails über meine Unternehmens Email Adressen und nur Anrufe von Kollegen, Geschäftskontakten und Notrufe der Familie. Zu Hause keine Anrufe und Emails aus den Unternehmen. In Seminaren und in der Bibliothek nur visuelle Benachrichtigungen, etc.

4. ALLE INHALTE DES TELEFONS AUF DEM TABLET UND DEM COMPUTER SOFORT VERFÜGBAR


Sobald man das Blackberry mittels des Micro-USB Kabels mit einem Computer verbindet, hat man die Möglichkeit BlackBerry Blend und BlackBerry Link zu installieren. Auch lassen sich Android und iOS Tablet mittels Blend mit den BlackBerry 10 Geräten verbinden. 

Geräte und Betriebssystem unabhängig arbeiten zu können ist mir extrem wichtig, so kann ich z.B. an jedem Computer in der Agentur, auf dem ich BlackBerry Blend installiert habe sofort auf meine E-Mails, Kalender und auf dem Gerät gespeicherte Daten zugreifen. Wenn das Dateisystem des Zeilcomputers im Netzwerk für den BlackBerry freigegeben ist, kann ich sogar Dateien und Ordner von einem Computer auf einen Anderen kopieren oder verschieben ohne eine der Maschinen anfassen zu müssen. All das geht allein durch den im BlackBerry eingebauten File Manager.

Das BlackBerry Passport ist mit Sicherheit eines der ungewöhnlichsten Smartphones auf dem Markt und es ist definitiv nicht für jeden das richtige Gerät. Wenn du aber jeden Tag etwas weiter arbeiten und etwas mehr erledigen willst, ist es auch im Jahr 2017 immer noch ein Garant für Produktivität und definitiv das beste papierlose Büro für die Hosentasche.

Enrico Nahler
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Enrico Nahler

CEO bei SimProCon
Marketing Leiter, Bildungswissenschaftler, Autor Blogger, Paperless-Pioneer der ersten Stunde

Spezialisiert auf das Erstellen von Arbeits- und Organisationsabläufen auf Grundlage des individuellen Persönlichkeits-und Produktivitätstypen.

Evernote Community Leader / Evernote Expert in den Bereichen GTD und papierminimiertes Arbeiten
Enrico Nahler
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