Maximilian Zielosko ist Mitgründer von BuchhaltungsButler, einer Buchhaltungssoftware, die den Fokus ganz auf die Automatisierung und Digitalisierung analoger Prozesse der Finanzbuchhaltung legt. Maximilian und sein Team entwickeln seit 2014 an der Anwendung, seit September 2015 kann BuchhaltungsButler von kleinen Unternehmen genutzt werden.

 

Max, du hast den BuchhaltungsButler gegründet. Warum ist dir das Thema so wichtig?              

Die Buchhaltung beschäftigt mich schon länger. Bereits vor meinem Studium habe ich mich während des Zivildienstes selbstständig gemacht und nach der ersten Rechnung des Steuerberaters überlegt, dass man die Buchhaltung eventuell auch selber machen könnte. Während des Studiums hatte ich dann ein paar Unternehmen, für die ich als Nebenjob die Buchhaltung gemacht habe und nach dem Studium habe ich schließlich kurz in einer Steuerkanzlei gearbeitet, mich dann jedoch für eine Unternehmensberatung entschieden. So hatte ich bereits seit einigen Jahren mit der Buchhaltung zu tun, habe mit DATEV, Addison und Lexware gearbeitet und mich zunehmend gewundert, weshalb hier so wenig automatisiert abläuft. Wenn ich eine Jahresbuchhaltung erledige sind nach dem ersten Monat wohl 80% der Geschäftsvorfälle wiederkehrend. Ich konnte nicht verstehen, dass es keine intelligente Lösung gab, dies zu automatisieren.

Mein Mitgründer Konrad gab dann den Anstoß für ein gemeinsames Projekt und somit die Möglichkeit, meine Vision einer automatisierten Buchhaltung umzusetzen.

 

Seit wann arbeitest du papierlos und wie schnell funktionierte die Umsetzung?           

Seit wir BuchhaltungsButler gestartet haben versuche ich, soweit es geht kein Papier mehr anzufassen. Leider klappt es nicht immer, da sich einige Lieferanten weigern digitale Rechnungen zu verschicken. Aufgrund der aktuellen Rechtslage, die sehr hohe Anforderungen an das sogenannte ersetzende Scannen papierhafter Belege stellt, archivieren wir papierhafte Belege auch weiterhin.

Papierhafte Rechnungen machen aber weniger als 5% des kompletten Rechnungsaufkommens bei uns aus.

 

Wie stellst du dir die papierlose Arbeitswelt in ca. 5 Jahren vor?

Ich wünsche mir, dass die Rechtslage klarer und die Umsetzung einer rechtssicheren, digitalen Archivierung von Belegen einfacher wird. Sobald dies der Fall ist steht einem komplett papierlosen Büro auf meiner Seite nichts mehr im Wege. Ich hoffe, dass dies in den nächsten fünf Jahren der Fall sein wird.

 

Wird es einen Fortschritt auch in den Unternehmen geben?

Sicherlich, denn papierloses Arbeiten spart durchaus Geld und Aufwand. Ein durchsuchbares PDF ist um ein vielfaches schneller gefunden als ein irgendwo abgeheftetes Dokument. Allerdings wird es, insbesondere bei größeren Unternehmen welche oftmals konservativer denken, noch länger brauchen, bis sich der Trend zum papierlosen Büro durchsetzen wird. Ich denke da beispielsweise an mein Praktikum bei Porsche zurück vor einigen Jahren. „Lieber Herr XY, unsere Abteilung empfiehlt die Kostenübernahme für Herrn YZ. Bitte geben Sie ihr i.O.“ Das kam dann ausgedruckt in die Unterschriftenmappe. Das wird wohl auch heute noch so sein.

 

Wie hat sich dein Leben durch das papierlose Arbeiten verändert?

Der ganze Büroalltag ist organisierter und aufgeräumter. Die Frustration über Lieferanten, die einem immer noch Papier ins Haus schicken, wird allerdings größer, je weniger man noch mit Papier zu tun hat!

André Nünninghoff
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André Nünninghoff

Gründer & Coach bei den Paperless Pioneers
Ich liebe alles Technische und bin großer Verfechter des K.I.S.S. (keep it simple, stupid) - Prinzips. Aus diesem Grund beschreibe ich meinen täglichen Workflow in meinem Evernote eBook, denn das papierlose Büro ist meine Leidenschaft. Beruflich bin ich als Paperless Coach unterwegs.Hier im Blog und auf iButler.me trage ich alles zusammen, das euch dabei unterstützt, euer papierloses Büro voranzutreiben. Gemeinsam leisten wir echte Pionierarbeit, also worauf wartest du?
André Nünninghoff
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