Neben all den Methoden und Geboten im Selbst- und Zeitmanagement gibt es kleine, fast unscheinbare Hacks. Wenn du sie kennst und anwendest, wirst du richtig durchstarten.

Wenn du manche der Hacks noch nicht kennst, versuche es. Nimm sie in deinen Alltag auf.

1. Arbeite nicht in Jogginghosen

Wenn du Fitnesstrainer bist kannst du das natürlich ignorieren. Ich würde dann nur sagen, dass du nicht im Anzug zur Arbeit kommen solltest. (Wer trainiert schon andere Leute im Anzug? 😜)

Achte also darauf dich deiner Tätigkeit entsprechend zu kleiden. Ich würde beispielsweise nicht im Schlabberlook arbeiten wenn ich etwas wichtiges zu erledigen habe. Meine Produktivität wäre einfach nicht so hoch wie mit der richtigen Kleidung.

Wenn du psychologische Studien zur Rate ziehst wirst du ebenfalls schnell erfahren, dass du dich bei wichtigen Tätigkeiten kleiden und benehmen solltest als wenn du bei einem deiner wichtigsten Kunden zu besuch bist. Dort kommst du schließlich auch gut gekleidet.

Das heißt wiederum aber nicht, dass du jeden Tag im Anzug zuhause rumlaufen sollst. Der Sinn dahinter ist nur dich nicht gehen zu lassen. Statt in Schlabberlook zu arbeiten solltest du dich angemessen für deine Arbeit kleiden, sodass du auch realisierst wie wichtig deine Arbeit ist, auch wenn dich niemand zuhause sieht.

2. Dive into Deep Work

Oft wird darüber gesprochen. Einige Leute kennen ihn, andere wiederum nicht. Die Rede ist vom Flow. Bist du schon in den Genuss gekommen einmal im Flow zu arbeiten?

„Dieses Gefühl der Trance ist der Wahnsinn!“

Wie der Begriff schon sagt, fließt deine Arbeit. Ein flüssiger Strom an Kreativität und Produktivität.

Der Flow ist ein Zustand der absoluten Konzentration. Du bist so fokussiert, dass du deine Umwelt nicht mehr wahrnimmst. Du bist also so tief in deiner Arbeit versunken, dass du ohne jegliche Ablenkung arbeitest und dabei auch kein Zeitgefühl mehr hast.

In Übersee wird dieser Zustand auch gerne als „Deep Work“ bezeichnet. Auch ein sehr passender Begriff.

Tatsächlich ist die Kunst dabei nur, zu erfahren wie man selbst in den Flow kommt. Es gibt dafür unterschiedliche Möglichkeiten und vermutlich ist es bei jedem Menschen anders. Ein Beispiel:

Ich fahre total auch elektronische Musik ab. Im Schnitt bei einer BPM von 128 – 135. Sobald ich diese Musik höre (am besten über Kopfhörer) kann ich mich besonders gut konzentrieren. Sobald ich mit dem Schreiben beginne fließen die Wörter ohne reichlich Überlegung. Ebenso vergesse ich Raum und Zeit. Wenn ich unterwegs im Bus oder in der Ubahn bin und im Flow schreibe, habe ich das Gefühl, dass eine gut 30 minütige Fahrt gerade mal 2 Minuten gedauert hat.

Auf diesem Weg vergeht die Zeit und Arbeit erscheint nicht mehr wie Arbeit, weil du dich in einen Zustand begibst in dem du einfach nur passieren lässt was passiert ohne direkt darüber nachzudenken.

3. Verlasse deine Komfortzone!

Du fühlst dich wohl. Zuhause an deinem Schreibtisch, genauso wie jeden Tag. Der Weg zur Küche und auf Toilette ist schnell und effizient und alles läuft.

Was aber wenn ich dir sage, dass diese Umgebung gar nicht so toll ist wie du immer denkst? Trau dich und springe über deinen Schatten raus aus der Komfortzone. Geh in ein Café oder einen Park, je nach Wetterlage natürlich.

Dieser Wechsel des Arbeitsplatzes kann magisches bewirken. Es kann dazu führen, dass du von neuen bisher nie erwarteten Ideen und Gedanken überflutet wirst. Nutze aus diesem Grund die Möglichkeit auch mal woanders zu arbeiten und somit neue Ideen sprießen zu lassen.

Ein weiterer Grund wieso es so Wertvoll sein kann mal in ein Café zu gehen und von dort zu arbeiten ist folgender. Stell dir die Situation vor:

Du kannst in einem gemütlichen Sessel sitzen oder an einem rustikalen Tisch. Um dich herum findet viel statt. Du hörst unterschiedliche Stimmen und kannst ungenau den Gesprächen anderer Menschen lauschen. Dazu kommt immer wieder das Geräusch der Kaffeemaschine. Für viele Menschen türmen sich nun die Nackenhaare auf, weil das kein sonderlich schöner Ort für konzentriertes Arbeiten sein kann. So warten doch mit jeder Sekunde neue Ablenkungen auf dich. Dem ist jedoch nicht so.

Das ist zwar kein allgemeiner Tipp, was soviel heißt wie, dass nicht jeder fokussiert und effizient in dieser Umgebung arbeiten kann. Für alle Menschen die mit dieser Umgebung klarkommen, muss ich dringend ans Herz legen diesen Tipp auszuprobieren.

4. Pfeif auf Perfektion. Sorge dafür das du die Aufgabe erledigst.

Perfektion ist eine Gewohnheit.

Definitiv keine gute, außer in bestimmten Berufsfeldern aber das ausgelutschte „Herzchirurg hier, Raketenwissenschaftler da“ lassen wir einfach mal.

Perfektion ist eine Gewohnheit die dich davon abhält produktiv und effizient zu arbeiten. Stattdessen solltest du lieber an deiner Auffassungsgabe arbeiten um schnell zu erkennen welche Prozesse und Schritte wichtig sind. Alle anderen kannst du dann getrost beiseite legen.

Schau dir in diesem Fall das Paretoprinzip genauer an. Grob gesagt beschreibt dieses, dass du 80% deiner Arbeiten mit 20% Einsatz erreichen kannst. Natürlich erfordert eben genau dieses Vorgehen die Identifizierung und Optimierung der bestehenden Prozesse.

5. Bitte kein Aufgaben jonglieren! Multitasking adé

Es gibt eigentlich kein Multitasking.

Es ist einfach nicht möglich zwei Dinge gleichzeitig zu machen bis auf eine einzige Ausnahme. Es funktioniert beispielsweise zu schreiben oder allgemein zu arbeiten und dabei Musik zu hören. Vorausgesetzt zu wirst nicht von irgendwelchem Text abgelenkt. Ansonsten ist es aber nachgewiesen, dass unser Gehirn nicht zwei Aufgaben gleichzeitig macht sondern in Bruchteilen einer Sekunde die Aufmerksamkeit von einer Aufgabe auf die nächste schwenkt.

Bei besonders anspruchsvollen Aufgaben, bei denen du volle Konzentration benötigst und am besten im Flow bist, wäre eine Unterbrechung, wie gerade erklärt, absolut unproduktiv und ineffizient. Aus diesem Grund solltest du dabei bleiben eine Aufgabe nach der anderen zu machen.

Studien konnten sogar nachweisen, dass wir nach einer solchen Unterbrechung etwa 15 Minuten benötigen um wieder voll im Flow zu sein.

Das „No Multitasking“ gilt nebenbei auch bei Projekten. Es gibt ein wunderbares Buch namens „The One Thing“ in dem erklärt wird, dass es wirkungsvoller ist ein Projekt anzufangen und dieses zu beenden bevor du das nächste startest. Wenn dich dieses Thema mehr interessiert, empfehle ich dir, das Buch zu lesen.

 

Quellenangabe zum Artikelbild: Photo by Bethany Legg on Unsplash

Merlin Mechler
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Community Blogger bei Paperless Pioneers
Ich schreibe über minimalistische Produktivität in digitalen Zeiten unter www.merlinmechler.de und bin darüber hinaus Blogger und Social Media Hero bei den Paperless Pioneers.

In meinem ersten Leben war ich im Sozialwesen tätig, habe mich dann jedoch umorientiert und bin in die CallCenter Branche gewechselt.

Aufgrund meiner Multiple Sklerose Erkrankung musste ich meinen Weg dort allerdings aufgeben (Zum Glück! ;D) und habe mit dem bloggen begonnen.

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